3 Tipps, wie du in der Trotzphase mit deinem Kind gut umgehst

3 Tipps für die Trotzphase
Autorin: Anne Hoffmann

Autorin: Anne Hoffmann

Die Trotzphase ist ein wichtiger Entwicklungsschritt bei unseren Kindern. In einem früheren Beitrag habe ich darübergeschrieben, dass dein Kind Regeln braucht, wenn es zur Tagesmutter oder in die Krippe / Kita geht.
(3 Tipps für eine schnelle Eingewöhnung bei der Tagesmutter). 
Heute gebe ich dir Tipps, was du tun kannst, wenn es mit Grenzen und Regeln nicht funktioniert und erkläre, warum es wichtig ist, dass dein Kind trotzt. 

Diese Geschichte über eine Trotzphase ist kein Einzelfall

Bei mir gibt es Regeln und Grenzen, sonst funktioniert meine Betreuung und die Gemeinschaft von mehreren Kindern nicht. Jetzt hatte ich ein Kind dabei, das auf Regeln und Grenzen mit sehr starkem Widerstand reagiert hat. In jeder Konfliktsituation hat es mit auf dem Boden schmeißen, schreien, brüllen und toben reagiert – ein regelrechter Machtkampf. Bis es final auch noch die Trumpfkarte ausgespielt hat und sich tatsächlich mit Ansage eingenässt hat: „So, ich hab‘ jetzt Pipi gemacht“. Solche Situationen hatten wir wieder und wieder…

So geht’s nicht

So ein Verhalten ist nicht nur für die Tagesmutter, sondern für alle Kinder in der Gruppe eine große Belastung. Auch das betroffene Kind selbst leidet darunter – weil es nicht weiß, wie es mit diesen Impulsen umgehen soll. So wehrt es sich mit schreien und toben und wenn es merkt, es kommt bei mir damit nicht weiter, steigert es sich immer mehr hinein. So kommen wir in einen Kreislauf, der sich immer weiter hochschaukelt.

Das sagt die Mutter zur Trotzphase ihres Kindes

Natürlich habe ich zuallererst mit der Mutter gesprochen. Leider ohne Erfolg, denn sie hat das geschilderte Verhalten ihres Kindes einfach abgetan und gesagt, zu Hause gibt es das nicht, da macht das Kind so etwas nicht und da gibt es solche Konflikte nicht. Das ist für mich als Tagesmutter wenig hilfreich, denn es ändert die Situation für mich nicht. Als dann wieder eine Situation eskaliert ist, habe ich ihr klargemacht: „Jetzt reicht es. Entweder ändert sich etwas oder die Tagesbetreuung wird beendet werden.“

So geht’s wirklich nicht!

Natürlich ist das nicht das Mittel der ersten Wahl – doch wenn es keine Zusammenarbeit mit den Eltern gibt, kann ich als Tagesmutter sehr wenig ausrichten. Und zum Wohle der anderen Kinder, die ich betreue, kann ich so ein Verhalten nicht dulden. Du weißt, wie gerne sich Kinder voneinander etwas abschauen. Stell dir vor, auf einmal reagieren alle fünf auf diese Weise…

Du hast ähnliches mit deinem Kind auch schon erlebt?

Eine Trotzphase ist bei Kindern vollkommen normal! Es geht darum, eigene Grenzen auszutesten und auch um das Erfahren der eigenen Emotionen. Es ist wichtig für ein Kind zu lernen, mit seinen Gefühlen gut umzugehen. In diesem Fall mit negativen Gefühlen, wenn es nicht bekommt was es will.

1. Schieb die Gefühle nicht einfach weg

Wenn dein Kind eine Trotzphase hat, dann ist das Gefühl da und will auch gelebt werden. Wie gehst du mit deinen Gefühlen um? Kannst du Trauer oder Wut zeigen und ausleben oder unterdrückst du diese Emotionen? Dein Kind lernt von dir und wenn du ihm nicht zeigst, wie es auch mit negativen / unerwünschten Gefühlen umgehen kann, dann sucht es sich seinen eigenen Weg.

Sage deinem Kind…

… dass es ok ist, sauer oder traurig zu sein und auch mal aufstampfen ist okay. Es darf halt nur nicht ausarten, sodass das Kind sich in das Gefühl reinsteigert und aus seinen negativen Emotionen nicht mehr rauskommt. Das heißt, das ist mal kurz und dann ist auch wieder gut. Wenn du gleich gegensteuerst, klarmachst und sagst, dass es okay ist jetzt böse zu sein. Wenn es deinem Kind guttut, schau, ob es einen Ort hat, an dem es körperlich seinen Frust abbauen kann. (Kissen oder Boxsack). So lernt es, wie es das negative Gefühl aus seinem Körper ausleiten kann, ohne dass sich zu viel Druck aufbaut.

2. Gib nicht nach, nur weil dein Kind in seiner Trotzphase schreit

Leider wird uns oft von außen suggeriert, dass negative Gefühle keinen Platz haben in unserer Gesellschaft. Dann ist dein Kind halt einfach schlecht erzogen. Dass zeigen dir schon die Blicke an der Supermarktkasse, wenn dein Kind mal wieder auf dem Boden liegt und strampelt, weil es etwas nicht bekommt. Oft ist es dann so, dass das Kind seinen Willen bekommt, nur damit es aufhört zu schreien und die anderen nicht mehr so schauen. (Ironie an dieser Stelle: die einen hören auf zu schauen, weil dein Kind ruhig ist, die anderen fangen an zu schauen, weil du nachgegeben hast… Das Los einer Mutter 😉)

Schau, dass du zu Hause nicht einfach deinem Kind seinen Willen lässt, bloß dass es nicht schreit oder dass du keine Konflikte mit ihm hast. Wie soll dein Kind lernen Konflikte zu lösen? Je früher, desto besser. Sicher kennst du das Sprichwort „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“. Je älter dein Kind wird, umso schwieriger gestaltet sich das konstruktive Lösen von Konflikten.

3. Fahre eine Linie mit weiteren Bezugspersonen

Du als Erwachsene legst den Rahmen und die Grenzen fest, die für dein Kind gelten. Das ist eine Form der Erziehung – du bestimmst, denn dein Kind kann einige Dinge noch nicht bestimmen. Bitte achte darauf, dass du mit deinem Partner über die Grenzen einig bist und Oma & Opa und auch die Tagesmutter darüber informierst. Nur so könnt ihr an einem Strang ziehen und verwirrt das Kind nicht. Durch konsequentes Einhalten von Grenzen lernt dein Kind sich an Regeln zu orientieren. Und durch das Austesten von Grenzen kommt es an seine Emotionen und lernt, damit umzugehen.

Wenn dein Kind die Grenzen nicht einhält

Wenn dein Kind die Grenzen nicht einhält und du konsequent darauf achtest, dann kann es auch schon mal eine kleine „Strafe“ geben. Bitte achte darauf, immer nur solche Konsequenzen anzukündigen, die du (oder der Vater) auch durchziehen kannst. Sonst schneidest du dir ins eigene Fleisch. Sind Konsequenzen angekündigt und werden nicht durchgezogen, lernt dein Kind, dass auf dein Wort kein Verlass ist. Das ist nicht schön, oder?

Hier liest du, wie die Story ausgegangen ist: Von Machtspielen und Lobhudeleien

Wie geht es dir mit der Trotzphase deines Kindes? Schreib mir gerne in die Kommentare!

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