5 Tipps für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit

5 Tipps für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit
Autorin: Anette Krumhaar

Autorin: Anette Krumhaar

Deine Babypause ist bald vorbei, du machst dir Gedanken zum Wiedereinstieg nach der Elternzeit. Du musst oder möchtest nach der Elternzeit wieder in deinen Beruf zurück. Das bringt Veränderungen mit sich. In der Elternzeit konntest du dich auf dein Kind konzentrieren. Deine Tagesabläufe haben sich verändert, wahrscheinlich hast du dich stark nach den Bedürfnissen deines Kindes gerichtet. Das ist in der Elternzeit auch genau richtig! Doch jetzt merkst du, dass du wieder zurück in den Beruf möchtest. Und du machst dir Gedanken, wie du dich neu organisierst. Hier kommen meine 5 besten Tipps für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit:

Meine 5 besten Tipps für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit 

  1. Schau nach einer passenden Kinderbetreuung
  2. Stell dich auf neue Routinen ein
  3. Lass dir kein schlechtes Gewissen machen, du bist keine Rabenmutter
  4. Kümmere dich von Anfang an um ein Backup für Notfälle
  5. Gehe offen mit deinen Arbeitskollegen um

Tipp Nr. 1 zum Wiedereinstieg nach der Elternzeit: Schau nach einer passenden Kinderbetreuung 

Entscheide (wenn ihr zu zweit seid gemeinsam), welche Kinderbetreuung die richtige für dich und dein Kind ist. Ich weiß, die Auswahl ist meistens nicht so groß. Überlege, wie du dir die Kinderbetreuung wünschst und denke auch über „unübliche“ Alternativen nach.  Schau dir die Möglichkeiten an und wähle die Betreuung aus, die auch aus dem Gefühl am besten passt. Wenn du zu Beginn schon ein „komisches“ Gefühl hast, dann wird es für dich später meistens schwieriger, dein Kind mit einem guten Gewissen dort hinzubringen. Das bringt dich in innere Konflikte und führt zu Anspannungen.

So war es bei mir: 

Nach der Geburt meiner Tochter hatte ich keine richtige Elternzeit. Das ist für eine selbstständige Trainerin auch nicht so einfach. Die wenigsten Kunden sind begeistert, wenn ich sage, wir sehen uns in drei Jahren wieder. Da ist das Risiko hoch, dass auf einmal keine Kunden mehr da sind. In meiner Naivität dachte ich, dass Deutschland in Bezug auf Kinderbetreuung gut aufgestellt ist. Ich wurde schnell eines Besseren belehrt. Krippenplätze waren so rar gesät wie Mammutbäume. Und dann brauchte ich auch nicht für jeden Tag eine Betreuung. Nur wenn ich 1 – 2 Tage die Woche beim Kunden war. Damit fiel der Krippenplatz weg, denn ich hätte meine Tochter jeden Tag dort hinbringen müssen „Damit sich die Kleine in die Gruppe integrieren kann.“ Wohlgemerkt, die Kleine war ein halbes Jahr – wie soll da eine Integration funktioniert, wenn sie noch gar nicht mobil ist? Hat sich mir nicht erschlossen. Auch die Betreuungszeiten haben nicht für uns gepasst. Also habe ich die Krippe gestrichen. Eine Tagesmutter haben wir versucht, da hat meine Kleine nur geweint – hörend auf mein Bauchgefühl wollte ich sie dort auch nicht hinbringen. Schlussendlich haben wir uns dazu entschieden, eine Betreuung auf Minijob-Basis einzustellen. Sie hat unsere Tochter bei uns zu Hause betreut – und das war die beste, wenn auch nicht kostengünstigste, Entscheidung unseres Lebens! Dieses Jahr, nach 10 Jahren Betreuung, haben wir uns schweren Herzens von ihr getrennt, weil unsere Tochter inzwischen keine Betreuung mehr braucht. Als Freundin ist die ehemalige Tagesmutter immer noch bei uns und darüber freuen wir uns mega!

Tipp Nr. 2 zum Wiedereinstieg nach der Elternzeit: Stell dich auf neue Routinen ein 

Hast du dich in der Elternzeit hauptsächlich nach den Bedürfnissen deines Kindes gerichtet, verändert sich das, wenn du wieder in den Beruf einsteigst. Alle bisherigen Routinen werden über den Haufen geworfen. Du hast feste Arbeitszeiten und für dein Kind gibt es meistens feste Bring- und Abholzeiten. Das heißt, zu festen Zeiten hat jeder am richtigen Ort zu sein. Damit das gut funktioniert, schaffe dir so früh wie möglich neue Routinen am Morgen. Damit der Start in den Tag so gut wie möglich klappt. Auch wenn es schwerfällt, stelle dir den Wecker so, dass du genug Zeit für dich hast um wach zu werden und dich und dein Kind fertig zu machen. Schau, was dich morgens aufhält und verlege so viele Aufgaben wie möglich in den Vorabend.

So war es bei mir: 

Mit drei Jahren kam unsere Tochter planmäßig in den Kindergarten. Da mir zu Hause die Decke auf den Kopf fiel, habe ich, zusätzlich zu meinen Trainings bei Kunden, eine Teilzeitstelle als Produktmanagerin bei einem Seminaranbieter begonnen. Da musste ich schlagartig meine Routinen am Morgen ändern – jetzt sollte sie zu bestimmen Zeiten im Kindergarten sein und ich auf der Arbeit. Ich hätte nie geglaubt, wie gnadenlos sich mein Stress auf meine Tochter überträgt. Je angespannter ich war, um alle pünktlich aus dem Haus zu bekommen, umso langsamer und unleidlicher wurde auch meine Tochter. Und so schaukelte sich das ganz gerne hoch. Also habe ich überlegt, wie ich morgens mehr Ruhe in den Ablauf bekomme. Ich habe Kleinigkeiten verändert und das hat mich sehr entlastet. Die Kleidung bereits den Abend vorher zurechtlegen, den Frühstückstisch schon abends eindecken, schweren Herzens den Wecker früher gestellt, damit ich mich in Ruhe fertig machen konnte und dann die Kleine. 5 Minuten „Spielzeit“ mit der Kleinen bevor es losging und so früh wie möglich, spielerisch das selbstständige Ankleiden geübt.

Tipp 3 zum Wiedereinstieg nach der Elternzeit: Lass dir kein schlechtes Gewissen machen, du bist keine Rabenmutter 

Spürst du eine Zerrissenheit, wenn du dein Kind in der Betreuung „abgibst“? Vor allem, wenn es eine anhängliche Phase hat und nicht in die Betreuung will? Wie schnell schießt dir dann ein: „Was bin ich für eine Rabenmutter, die ihr Kind ‚weggibt‘ durch den Kopf?“ Vergiss das! Es ist möglich, sowohl Kind als auch Beruf zu haben. Das war schon immer so – auch wenn es in früheren Zeiten die Arbeit auf dem Feld war, zu der eine Mutter ging. Dann passte auch die Oma oder eine andere Frau im Dorf auf die Kinder auf. Das war ganz normal – und sollte es auch heute wieder werden!

Finde DEINE Klarheit zu DEINER Situation

Wichtig ist es, für sich selbst klar zu haben, dass man Kind und Beruf möchte. Sobald du in die „schlechte Gewissen“ – Falle tappst, hat das Auswirkungen. Nicht nur auf dich, sondern auch auf dein Kind. Machen wir uns nichts vor – unsere Kleinen haben so feine Antennen für die Emotionen der Mutter, dass sie unwillkürlich darauf reagieren. Je mehr Stress und Druck du hast, umso mehr gehen sie in den Widerstand. Je mehr schlechtes Gewissen du hast, umso mehr weinen und klammern sie. Denn damit haben die Kleinen Erfolg, oder? Und wenn du sie weinend morgens im Kindergarten abgibst, verfolgt dich das schlechte Gewissen den ganzen Tag – und du überlegst dir, wie du es bei deinem Kind wieder gut machen kannst. (So kommt emotionale Erpressung zustande 😉).


ACHTUNG
: Natürlich macht das dein Kind nicht aus Berechnung! Sondern, es verfolgt intuitiv Strategien, um seinen Willen durchzusetzen. Und hat es damit Erfolg, wird es wieder und wieder den gleichen Weg einschlagen – das ist vollkommen normal und natürlich. 

Beim nächsten Mal, wenn du so eine Situation hast, rufe nach einer Stunde im Kindergarten an und frage, wie es läuft. Häufig kommt dann ein: „Oh, alles gut. Nachdem Sie weg waren, hat Ihr Kleines aufgehört zu weinen und spielt seitdem friedlich mit den anderen.“ So hast du eine Entlastung.

Tipp 4 zum Wiedereinstieg nach der Elternzeit: Kümmere dich von Anfang an um ein Backup für Notfälle 

Überlege dir, wer (im Notfall) dein Kind vom Kindergarten abholen oder mitnehmen kann, falls es bei dir mal später wird. Das nimmt dir enorm viel Druck, falls es doch im Geschäft mal später wird oder du im Stau stehst. Der Stress, nicht rechtzeitig am Abholort zu sein ist gefährlich. Er verleitet uns zu unüberlegten Taten, kritischen Überholmanövern oder Aggressivität. Beschäftige dich mit deiner Einstellung und ändere sie gegebenenfalls.

Meine Geschichte dazu: 

Ich war eine typischer Stress-Autofahrerin. Besonders, wenn ich unter Termindruck stand, dann fuhr mein Vordermann immer zu langsam, jede Ampel war rot und stehen im Stau hat mich an die Grenze meines Schimpfvokabulars gebracht. Doch weißt du was? Sosehr ich auch geschimpft und getobt habe, die Ampeln wurden nicht schneller grün und der Stau hat sich auch nicht aufgelöst. Ich habe mich bewusst für eine Einstellungsänderung entschieden. Ich lasse mich von Situationen, die ich eh nicht ändern kann, nicht mehr stressen. Ich spreche in einem Stau mit mir selbst: „Jetzt reg dich nicht auf, das macht es nicht schneller. Hör dir lieber die Musik an, schau aus dem Fenster und nimm bewusst dein Umfeld wahr.“  So komme ich heil am Zielort an. Mehr zur Einstellungsänderung liest du hier: 7 Schritte zur Einstellungsänderung

Dein Kind wird krank 

Was machst du, wenn der Kindergarten anruft, weil dein Kind krank ist und bitte abgeholt werden soll? Wahrscheinlich der erste Impuls, du sagst deinem Chef Bescheid und fährst los. Doch was ist, wenn das grade nicht geht?

Für solche Fälle ist es gut, ein Backup zu haben 

Wer könnte im Notfall dein Kind abholen oder mitnehmen? Fahre dein Radar in alle Richtungen aus und vereinbare feste Absprachen. Du glaubst nicht, wie entlastend das für dich sein kann!

  • Was ist mit dem Vater – kann er auch einspringen und euer Kind abholen?
  • Wohnen deine Eltern in der Nähe, sodass sie einspringen können?
  • Treff von Anfang an Absprachen mit anderen Müttern, die du vom Spielplatz her kennst und deren Kind im gleichen Kindergarten ist. So könnt ihr vereinbaren gegenseitig einzuspringen. Das entlastet euch beide.
  • Hast du in der Nachbarschaft jemanden wohnen, der einspringen kann?

Tipp 5 zum Wiedereinstieg nach der Elternzeit: Gehe offen mit deinen Arbeitskollegen um 

Auch in deiner Berufswelt wird es Änderungen geben. Es ist schwieriger, mit deinen Arbeitskollegen extra einen Kaffee zu trinken, weil du die Arbeitszeit nicht, wie früher, hintenan hängen kannst. Du bist in deiner Urlaubsplanung eingeschränkt durch die Vorgaben von Schließzeiten. Du kannst dich eventuell nicht mehr so frei mit deinen Arbeitskollegen nach der Arbeit treffen. Das wird deine bisherige Gemeinschaft mit deinen Kollegen verändern. Gehe offen damit um, sprich es von dir aus an. Versuche nicht, es irgendwie hinzubekommen, damit es wieder „so wird wie vorher“. Das macht dir zusätzlichen Stress.

Das sind, nach meiner Erfahrung, fünf Tipps, über die du dir Gedanken machen solltest, wenn es um den Wiedereinstieg nach der Elternzeit geht. Welche weiteren Tipps findest du noch wichtig für andere berufstätige Mütter? Hinterlasse deinen Tipp in den Kommentaren – ich freue mich darüber. 

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