Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte!

Achte auf deine Gedanken denn sie werden Worte

Unser Leben ist das Produkt unserer Gedanken.

Marcus Aurelius
Autorin: Anette Krumhaar

Autorin: Anette Krumhaar

Ach herrje, schon wieder so eine die behauptet, ich kann mir meine eigene Welt bauen, nur indem ich sie mir ausdenke – hast du das grade gedacht? Keine Angst, darum geht es mir gar nicht. Mir geht es darum, dass du darauf achtest, WAS du denkst. Denn als Familienmanagerin mit Job haben deine Gedanken ein großes Gewicht, wenn es um deine Resilienz und dein/e Kind/er geht. Sie beeinflussen, wie dein Tag läuft, wie du mit Stress umgehst und wie dein Kind aufwächst und sich entwickelt. Ich weiß, es ist nicht einfach, seine Gedanken ständig im Griff zu behalten – doch ich bitte dich, aufmerksam auf deine Gedanken zu achten und die negativen mit positiven zu ersetzen.

Wenn du lieber hörst als liest… 

Kinder haben eine sehr gute Antenne, wenn es um deine Gefühle und Gedanken geht. 

Du bist mit deinem Kleinkind auf dem Spielplatz und auf einmal entdeckst du es hoch oben auf der Plattform der Rutsche. Was ist der erste Gedanke, der dir durch den Kopf schießt? „Oje, hoffentlich fällt es nicht runter!“ und instinktiv rennst du in Richtung Rutsche, um das Schlimmste zu verhindern und zum Auffangen bereit zu sein. Aus deinen eigenen Erfahrungen und Befürchtungen heraus, spielen sich Horrorszenarien in deinem Kopf ab…

Was passiert jetzt bei deinem Kind? 

Dein Kind kennt solche Horrorszenarien noch gar nicht – es will einfach nur rutschen. Doch auf einmal sieht es seine Mutter mit Panik im Gesicht auf die Rutsche zurennen. An deinem Gesicht erkennt es, dass etwas nicht in Ordnung ist, es wird unsicher und zack, passiert etwas Unerwartetes. Gut, dass du schon bei der Rutsche angekommen bist und helfen kannst. Bitte denke jetzt nicht: „Wusste ich es doch!“ Wahrscheinlich wäre gar nichts passiert, wenn du nicht gerannt wärst… Aber wer kann das wissen? Doch dein Kind bekommt das Gefühl, du traust ihm nicht zu, dass es allein rutschen kann. Das verunsichert – und wenn das öfter vorkommt, schwindet sein Selbstvertrauen und sein Entdeckergeist.

Tipp: Verändere den Gedanken in „Ich weiß, dass du unbeschadet die Rutsche runterkommst.“ – und freue dich mit deinem Kind zusammen, dass es gut funktioniert hat.

Der Mensch lernt am besten durch Erfahrung 

Meine eigene Geschichte dazu: 

Ich bin bei meinen Eltern zu Besuch. Es ist Frühling, warmes Wetter und die Terrassentür steht offen. Mein Neffe (damals 2 Jahre) springt auf einmal auf und rennt Richtung Terrasse. Meine Mutter sprintet hektisch hinterher. Ich sage: „Was ist denn jetzt los?“ – „Ja, da ist diese Schwelle an der Terassentür – nicht, dass er darüber fällt!“ Ich sage noch: „Dann lass ihn doch stolpern, dann lernt er es und merkt es sich fürs nächste Mal!“ Wohlgemerkt, das war, bevor ich ein eigenes Kind hatte…

Willst du dein Kind mit Vorsicht schützen? 

Ich weiß heute, dass es nicht leicht ist, seinem Kind beim Stürzen zuzuschauen – doch die erlebte Erfahrung stärkt für die Zukunft. Je mehr du dein Kind durch vorausschauende Vorsicht schützen möchtest, umso unsicherer wird es. Durch deine Gedanken, was alles passieren KÖNNTE, verliert es seine Experimentierfreude und natürliche Neugierde.

Tipp: Achte auf die Situationen, in denen du dein Kind vor Schaden bewahren willst. Wäge ab, ob ein Fehlversuch tragbar ist und nimm deinem Kind die Erfahrung nicht vorweg.

Jetzt beginnt der Ernst des Lebens 

Ein typischer Spruch, der immer häufiger auftaucht, je näher der Einschulungstermin kommt. Ist es nicht schrecklich, wie leicht den Kindern die Vorfreude auf die Schule genommen wird? Ich habe zu der Zeit immer sofort laut und deutlich gesagt, dass Schule etwas Schönes ist und viel Spaß machen kann. Auch wenn du im Nachhinein deine Schulzeit als „ernste Sache“ siehst, solltest du deinem Kind die Unbefangenheit lassen, um für sich zu entscheiden, wie es die Schule findet. Viel zu oft nimmst du, geprägt durch deine eigene Erfahrung, deinem Kind eine vorurteilsfreie und wertfreie Sicht auf die Dinge.

Tipp: Nimm deinem Kind eine eigene Meinungsbildung nicht vorweg.

Sabine Jörg hat zum Thema Einschulung und “Ernst des Lebens” ein süßes Buch geschrieben: Der Ernst des Lebens (Hörprobe auf YouTube)


Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Charles Reade (1814 - 1884), englischer Schriftsteller

Gedanken zu weitreichenden Entscheidungen 

Bei uns in Rheinland-Pfalz ist die Schulempfehlung von der Grundschule aufgehoben. Es gibt eine mündliche Empfehlung, doch es ist nicht verpflichtend, diese Schulform zu besuchen. Also stehe ich als Verantwortliche vor einer weitreichenden Entscheidung. Eine Entscheidung, die wirklich zukunftsweisend ist – und ich habe viel und oft nachgedacht und diskutiert, was das Beste für meine Tochter ist.

Meine eigene Geschichte dazu:

Meine Tochter ist sehr ehrgeizig und stellt einen sehr hohen Anspruch an sich selbst. Das hat bereits in der Grundschule für einige Reibungen gesorgt, wenn ihr etwas nicht ganz so gelungen ist, wie sie es sich vorgestellt hatte. Ihre Schulempfehlung war das Gymnasium und ihre Noten sprachen die gleiche Sprache. Dennoch wäre es mir lieber gewesen, sie ginge auf eine Gesamtschule – damit der Druck, den sie sich selbst machte, nicht noch verstärkt würde. 

Gedacht, gesagt. Leider nicht ausführlich mit meinen Überlegungen verknüpft, sondern kurz und direkt. So hatte ich meine liebe Not, meine Tochter davon zu überzeugen, dass ich ihr durchaus zutraue, das Gymnasium zu schaffen.

Tipp: Wenn du eine Entscheidung für dein Kind triffst (treffen musst), erkläre dich mit allen Gedanken, die im Hintergrund mitspielen. Sodass dein Kind versteht, an was deine Entscheidung geknüpft ist – und nicht fälschlicherweise annimmt, es sei der Grund.

Und jetzt zu dir und deinen Gedanken

Gedankenreinigung ist nicht einfach und vor allem, hört es nie auf. Doch dir und deinem Kind zuliebe sei achtsam mit deinen Gedanken. Hast du selbst als Kind diese Art der destruktiven Denkmuster erfahren? Hat es dich so geprägt, dass es noch heute Auswirkungen auf dich hat? Wie denkst du über dich und dein Tun? Fängst du manche Sachen gar nicht erst an, weil du denkst, du bekommst es sowieso nicht hin? Stellst du dich und deine Fähigkeiten als Familienmanagerin mit Job infrage? Fragst du dich heute, ob du mit deinem Kind alles richtig machst? Leider gibt es darauf keine allgemeingültige Antwort. Ein Quäntchen Unsicherheit wird immer bleiben – doch wenn du sagen kannst, „Ich habe mein Bestes gegeben!“, dann ist alles gut.

Eine Übung zur Gedankenreinigung

Wenn du dich bei einem destruktiven / negativen Gedanken erwischst dann kannst du folgendes tun:

1.       Sage laut oder in Gedanken „Stopp!“

Das Kommando „Stopp“ dient als Ablenkung, und der Selbstbefehl lässt sich nicht vereinbaren mit unbewussten Gedanken.

2.       Entscheide, ob du den Gedanken brauchst.

Wenn nein: gib dir selbst das Kommando „löschen“.
„Ach, habe ich schlecht geschlafen.“
Diesen Gedanken kannst du löschen, denn er kann sich negativ auf den Rest deines Tages auswirken.

Wenn ja: dann formuliere ihn in einen positiven Gedanken um.
„Mensch, heute ist nicht mein Tag!“ Diesen Gedanken kannst du in einen positiven umwandeln. „Heute ist ein schöner Tag!“

Für einen Austausch und neue Ideen lade ich dich gerne ein, im RollenSpagat – PORTAL vorbeizuschauen. Dort treffen sich berufstätige Mütter zum Austausch, zur Unterstützung und gegenseitiger Hilfestellung.

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