NEIN sagen, ohne den anderen vor den Kopf zu stoßen

NEIN sagen, ohne den anderen vor den Kopf zu stoßen
Autorin: Anette Krumhaar

Autorin: Anette Krumhaar

Was ist am NEIN sagen so schwierig? Wir scheuen uns manchmal davor das Wörtchen in den Mund zu nehmen. Dadurch warten wir zu lange es auszusprechen. Und wenn es dann doch rauskommt, dann meistens massiv und mit Druck. Das braucht nicht zu sein, wenn du dir vorher schon Gedanken machst, wie du dem anderen das NEIN beibringst. 5 Beispiele dafür stelle ich dir hier vor.

Ich hatte mir angewöhnt, wenn das Wetter mitspielte, mit meiner Tochter nachmittags rauszugehen. Meistens zu Verabredungen mit anderen Müttern und deren Kindern. ‘Ach, wenn du heute Nachmittag unterwegs bist, kannst du mir grade das Paket von der Post mitbringen? ’ Hieß übersetzt für mich: eine halbe Stunde früher los, damit ich pünktlich zur Verabredung kam. Dadurch das Risiko den Mittagsschlaf meiner Tochter zu verkürzen. Was bedeutete, dass sie anfangs quengelig ist und abends übermüdet. Und die zusätzliche Hektik, die damit verbunden ist, kennst du sicher auch. Das Kopfkino setzte bei mir sofort ein, der Adrenalin-Pegel stieg sprunghaft an und mein ‘NEIN, heute nicht! ’ kommt kurz, knapp und mit zu viel Druck. Den darauffolgenden Wortwechsel überlasse ich deinem Kopfkino… Eine bessere Möglichkeit wäre das Anbieten einer Alternative gewesen. ‘Nein, heute reicht mir die Zeit nicht. Ich hole das Paket gerne morgen. ’ Das wäre für alle Beteiligten eine gute Wahl gewesen und den Streit hätten wir uns erspart.

Kannst du auch schlecht NEIN sagen?

Woran liegt es denn nur, dass das NEIN sagen so schwerfällt?

  • Ist es deine Erwartungshaltung an dich selbst?
  • Willst du den anderen nicht enttäuschen?
  • Hast du gelernt, dass NEIN sagen unhöflich ist?
  • Hast du Angst, der andere mag dich nicht mehr, wenn du NEIN sagst?

Was ist die Ursache für nicht NEIN sagen können?

Ursachen gibt es sicher einige. Nur du kannst für dich herausfinden, welche bei dir die richtige ist. Ich erlebe viele Frauen, die Schwierigkeiten haben NEIN zu sagen. Es ist immer dieser Gedanke “Ich schaffe es schon” dabei. Sowohl in der Arbeit als auch im Privatleben.

Als Mutter kenne ich viele Situationen, in denen ein NEIN angebracht ist. Doch wie immer – in der Kommunikation spielt der Ton die Musik. Warte nicht zu lange mit dem NEIN sagen, bis dein Energie-Limit überschritten ist und/oder die Nerven blank liegen. Denn dann kommt dein NEIN meistens sehr viel schroffer raus als du es meinst. Sage frühzeitig NEIN. Dann hast du auch noch die Gelassenheit, das NEIN richtig zu verpacken. Du vermeidest, dein Gegenüber vor den Kopf zu stoßen.

Für den Beruf gelten ähnliche Regeln

Denkst du auch öfter: „Mein Chef weiß doch, wie viel ich zu tun habe – und trotzdem kommt er mit noch mehr! Ich will ihn nicht enttäuschen, irgendwie bekomme ich das auch noch hin.“ – und siehe da, du bekommst es auch hin, richtig?

Halt – Stopp!

Solange von dir kein „Halt, Stopp“ kommt, wirst du mit weiteren Aufgaben beglückt. Dein Chef kann nicht sehen, wann dein Limit erreicht oder übersprungen ist. Solange du die Aufgaben annimmst, wird er denken, du bekommst es schon hin (funktioniert doch auch, oder?). Es ist an dir, deinem Chef die Grenzen aufzuzeigen und auch mal NEIN zu sagen. Warte bitte nicht so lange bis du dein Energie-Limit überschritten hast, (dann kommt das Nein häufig sehr unschön raus und somit auch schlecht an), sondern überlege dir früh genug wann dein Limit voll ist und „studiere“ ein NEIN ein.

Für beide Fälle gilt:

Du musst nicht auf der Stelle „Ja“ oder „Nein“ sagen. Sage ruhig: „Ich muss darüber einen Moment / fünf Minuten nachdenken.“

Wenn du dann spürst, dass du lieber NEIN sagen möchtest, dann entscheidest du dich für eine der folgenden Möglichkeiten.

5 Möglichkeiten NEIN zu sagen 

  • Ja, aber… statt Nein: „Mache ich gerne, dann verschiebe ich etwas anderes oder lasse es weg.“ Im Beruf kannst du deinen Chef sogar mit einbeziehen und fragen, was du von deinen anderen Aufgaben weglassen kannst.
  • Ein befristetes Nein: „Es geht gerade nicht, kommen Sie später wieder.“
  • NEIN mit Begründung: „Nein, weil…“ — „Nein, ich mache gerade etwas für…“ — „Das mache ich aus Prinzip nicht.“
  • Alternative anbieten: Nein, aber dafür mache ich / biete ich an…
  • Das NEIN aufschieben: Hat diese Entscheidung noch Zeit? Kann ich mir das noch mal überlegen?
Wie ergeht es dir mit dem NEIN-Sagen? Fällt es dir leicht? Was ist deine schlimmste / lustigste / spannendste Geschichte zum NEIN-Sagen? Ich freue mich auf einen Kommentar von dir!

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