12 WÜNSCHE EINES KINDES AN SEINE ELTERN

12 Wünsche eines Kindes an seine Eltern
Schon vor einiger Zeit bin ich über diese 12 Wünsche eines Kindes an seine Eltern gestolpert (Verfasser unbekannt). Ich finde, sie bringen gut die Erwartungshaltung unserer Kinder an uns auf den Punkt:
Kinderwünsche an die Eltern-Verwöhne mich nicht

1. Verwöhne mich nicht!

Ich weiß genau, dass ich nicht alles bekommen kann. Ich will dich nur auf die Probe stellen.

Tja, das Thema Verwöhnen finde ich wirklich schwierig – da hat wohl jeder seine eigenen Maßstäbe. Zwischen zwei Generationen gibt es hier sicher starke Abweichungen. Ich persönlich finde, es gibt hier kein richtig und falsch. Die Leitplanken gebe ich als Mutter vor und da kann mir auch niemand reinreden. Sicher gab es auch schon mal Szenen in der Öffentlichkeit, auf die ich gerne verzichtet hätte. Zum Beispiel als wir mit Freunden unterwegs waren. Das andere Kind bekam etwas und meine wollte dann natürlich auch. Das gefühlt 300ste Plüschtier. Was tun? Passierte das zum ersten Mal, habe ich die Zähne zusammengebissen und ihr auch was Kleines gekauft. Danach sprach ich mit den anderen Eltern und habe sie gebeten, es im Vorfeld abzusprechen.

2. Sei nicht ängstlich, im Umgang mit mir standhaft zu bleiben!

Mir ist Haltung wichtig, weil ich mich dann sicherer fühle.

Einmal NEIN heißt NEIN. Diese Weisheit habe ich schon von meinen Eltern übernommen. Ich habe mir (meistens) vorher überlegt, ob ich das NEIN halten kann und will, mit allen Konsequenzen. Und dann habe ich das durchgezogen. Sie brauchen nicht zu meinen, dass es mir immer leichtgefallen ist. Speziell als die Aussage “Mama, ich FLEHE dich an – darf ich wirklich nicht?” kam (woher hatte sie nur diesen ausgebufften Spruch?) pikste es in meinem Herzen. Doch die Phase geht vorüber, dann weiß Ihr Kind: NEIN heißt NEIN

Kinderwünsche an die Eltern-Bleib standhaft
Kinderwünsche an die Eltern - Weise mich nicht im Beisein anderer zurecht!

3. Weise mich nicht im Beisein anderer zurecht, wenn es sich vermeiden lässt!

Ich werde deinen Worten mehr Bedeutung schenken, wenn du zu mir leise und unter vier Augen sprichst.

Ja, ein absolut richtiger Wunsch! (Eine gute Parallele zur Mitarbeiterführung. Auch hier heißt es: Kritik immer unter vier Augen.) Mir ist es dennoch passiert, dass ich meine Tochter vor ihren Freunden zurechtwies und mein Herz blutete, als ich merkte, wie sehr ich sie damit verletzte und bloßstellte. Somit kommen wir direkt auf Wunsch 11 zu sprechen. Ich habe mich bei ihr entschuldigt und sie bei zukünftigen Situationen auf Seite genommen. Was übrigens tatsächlich wirkungsvoller war als in der ersten Situation.

4. Sei nicht fassungslos, wenn ich zu dir sage “Ich hasse Dich!”

Ich hasse nicht dich, sondern deine Macht, meine Pläne zu durchkreuzen.

Wow, starker Tobak! Hat Ihnen Ihr Kind schon einmal gesagt “Ich hasse Dich!”? Meine Tochter hat mir das schon gesagt, in Zusammenhang mit Wunsch 2. Im ersten Moment; Erschütterung bei mir. Doch sie war so aufgelöst und in Rage, dass ich vermieden habe, darauf einzugehen. Erst nachdem sie sich beruhigt hatte, haben wir überhaupt wieder gesprochen. Sie hat sich dann von alleine bei mir entschuldigt und ich habe diese natürlich angenommen. Wir haben dann in Ruhe das NEIN geklärt und dann war es auch gut.

Kinderwünsche an die Eltern - Sei nicht fassungslos, wenn ich zu dir sage
Kinderwünsche an die Eltern - Bewahre mich nicht immer vor den Folgen meines Tuns!

5. Bewahre mich nicht immer vor den Folgen meines Tuns!

Ich muss peinliche und schmerzliche Erfahrungen machen, um auf eigenen Beinen zu laufen.

So manche Erfahrung habe ich meine Tochter selbst machen lassen. Ich weiß, dass Menschen durch Erfahrung und den damit verbundenen Emotionen am besten und schnellsten lernen. So sehe ich das auch bei meiner Tochter. Sicher spreche ich mit ihr über das, was passieren kann. Die Entscheidung, ob sie die Erfahrung trotzdem machen möchte, lasse ich bei ihr. Sofern nichts lebens- oder körperverletzliches (z.B. heiße Herdplatte) davon abhängt. Doch die Klassiker: “Achtung, es ist glatt auf der Straße, renn nicht!” – da lasse ich sie ihre Erfahrungen selbst machen. Schließlich kann ich nicht immer bei ihr sein, wenn die Straße glatt ist. Da sollte sie wissen, wie sie sich am besten verhält. Und ganz wichtig! Falls eine meiner Vorhersagen eintrifft, vermeide ich den Satz: “Ich hab’s dir doch gesagt.”

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6. Meckere nicht ständig!

Ansonsten schütze ich mich dadurch, dass ich mich taub stelle.

Tatsächlich ist es so, dass Kinder ihre Ohren “abschalten” können und das Gemecker von Anderen komplett ausblenden können. Dadurch wird das Gemecker meistens nur noch mehr. Verzweifelte Eltern lassen das Gehör beim Ohrenarzt testen, weil die Kinder nicht hören, doch der Befund ist nicht auffällig. In der Kinesiologie gibt es einen Test, der anzeigt, ob die Ohren mental abgeschaltet sind. Über eine Übung oder eine Balance lassen sich die Ohren dann auch wieder anschalten.

Kinderwünsche an die Eltern - Meckere nicht ständig!
Kinderwünsche an die Eltern - Mach keine vorschnellen Versprechen!

7. Mach keine vorschnellen Versprechen!

Wenn du dich nicht an deine Versprechen hältst, fühle ich mich im Stich gelassen.

So eine Situation hat sicher jeder von uns schon erlebt. Die einhergehende Enttäuschung mit dem nicht eingehaltenen Versprechen ist bitter. Ich mag das ÜBERHAUPT nicht. Generell nicht. Auch im Erwachsenenleben nicht. Meine Devise ist, gib keine Versprechen, die du nicht 100 % einhalten kannst. Und das lebe ich auch bei meiner Tochter. Schauen Sie in das enttäuschte Gesicht Ihres Kindes, wenn Sie Ihr Versprechen (wieder mal) nicht einhalten können. Das Vertrauen Ihres Kindes schwindet und es glaubt Ihnen nicht mehr.

8. Sei nicht inkonsequent!

Das macht mich unsicher und ich verliere mein Vertrauen zu dir.

Heute Hüh, morgen Hott. Klar, dass ein solches Verhalten zur Verwirrung führt. Seien Sie vorsichtig, dass sich dieses Verhalten nicht einschleicht – denn dann weiß Ihr Kind nie woran es ist.

Kinderwünsche an die Eltern - Sei nicht inkonsequent!
Kinderwünsche an die Eltern - Unterbrich ich nicht und höre mir zu, wenn ich Fragen stelle!

9. Unterbrich mich nicht und höre mir zu, wenn ich Fragen stelle!

Sonst wende ich mich an andere, um dort meine Informationen zu bekommen.

Hier muss ich mich an meine Nase fassen. Besonders, wenn meine Tochter etwas länger braucht um auf den Punkt zu kommen. Da arbeite ich noch stark an meinem Geduldsfaden. Was mir geholfen hat: ich habe “feste” Zeiten, die ich mir mit meiner Tochter nehme, in denen ich ausschließlich mit ihr spreche. Auf dem Schulweg nach Hause, abends im Bad beim fertig machen und wenn sie im Bett liegt. Ansonsten achte ich darauf, dass sie zu Wort kommt. Allerdings lasse ich mich nicht unterbrechen, wenn ich im Gespräch mit anderen bin. Dann wartet sie auch schon mal, bis sie an der Reihe ist.

10. Lach nicht über meine Ängste!

Sie sind erschreckend echt, aber du kannst mir helfen, wenn du versuchst, mich ernst zu nehmen.

Wir hatten eine schreckliche Zeit, in denen sich bei uns Monster, Einbrecher und sonstige Gruselgestalten die Türklinke in die Hand gaben – furchtbar. Schlafen ging nur mit Licht und trotzdem kamen manchmal hysterische Angstanfälle ins Spiel. Ich war mir manchmal wirklich nicht sicher, ob das ein Werkzeug meiner Tochter war (zusätzlich zu dem “ich hab noch Hunger/Durst/muss Pipi) um nicht schlafen gehen zu müssen. Und ich gestehe mir ehrlich ein, dann hat sie mich an der Stelle dran gekriegt. Die Vorstellung, dass es eben nicht gespielt war, sondern wirkliche Angst dahintersteckt und ich sie damit alleine lasse, war ein Grauen für mich. Letztlich haben wir diese Phase hinter uns gelassen.

Kinderwünsche an die Eltern - Lach nicht über meine Ängste!
Kinderwünsche an die Eltern 11 - Denke nicht, dass es unter deiner Würde sei, dich bei mir zu entschuldigen!

11. Denke nicht, dass es unter deiner Würde sei, dich bei mir zu entschuldigen!

Ehrliche Entschuldigung erweckt in mir ein Gefühl von Zuneigung und Verständnis.

Ganz ehrlich? Ich habe mich einige Male bei meiner Tochter entschuldigt – auch schon, als sie selbst noch gar nicht sprechen konnte. Ich bin kein geduldiger Mensch (ich arbeite an mir) und in dem RollenSpagat berufstätige frischgebackene Mutter schon gar nicht. Auch heut bin ich nicht die Gelassenheit in Person, immer wieder erwischt auch mich das Stressteufelchen. Ich weiß nur inzwischen, wenn ich das Teufelchen erwische, wie ich wieder zurückkomme in meine Gelassenheit. Und das ist gut so.

12. Versuche nicht, so zu tun, als seiest du perfekt oder unfehlbar!

Der Schock ist groß, wenn ich herausfinde, dass du es nicht bist.

Oh nein, das versuche ich gar nicht erst. Ich bin ein Mensch mit Fehlern und Schwächen und ich verstehe mich da als Vorbild für meine Tochter. Auch sie muss lernen mit ihren Fehlern und Schwächen umzugehen und ich würde es ihr nicht leichter machen, wenn ich die Perfekte spiele.

Kinderwünsche an die Eltern-Versuche nicht, so zu tun, als seiest du perfekt!
Welche Erfahrungen haben Sie mit den Wünschen eines Kindes schon gemacht? Ich freue mich über Ihren Kommentar dazu!
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2 Comments

    Bine

    Hallo Anette!
    Vielen Dank für diese Liste! Ich fand sie sehr inspirierend und interessant.
    Noch schöner fände ich es tatsächlich, wenn sie positiv als Anregungen formuliert wäre.
    Als Mama hat man ohnehin gerne mal das Gefühl, dauernd alles falsch zu machen, wird beäugt und jeder weiß natürlich alles besser.
    Da täte ein wenig mehr positive Unterstützung auch den Mamas gut.
    “10. Nimm meine Ängste ersnst” anstatt “10. Lach nicht über meine Ängste!” fände ich noch toller.
    Oder “8. Sei konsequent” statt “8. Sei nicht inkonsequent!”?
    Oder “5. Lass mich auch mal Fehler machen.”
    Fast alle Punkte lassen sich wunderbar umformulieren.
    Dann fühle ich mich auch als Mama nicht kritisiert und angenörgelt, sondern motiviert und unterstützt. (Die Idee ist glaube ich von Jesper Juul und war natürlich ursprünglich von der Eltern- an die Kindseite gedacht. Aber hier glaube ich, dass die positive Formulierung auch Eltern gut täte.)
    Vielen Dank und liebe Grüße
    Bine

      RollenSpagat

      Liebe Bine,

      vielen Dank für Ihre Anmerkung und Anregung!

      Ich habe die Aussagen der von mir gefundenen Liste so übernommen, wie sie aufgeführt waren, um das Original nicht zu verfälschen.
      Ich verstehe sie als Appell vom Kind an die Eltern und empfinde sie teilweise auch sehr provokant. Das wollte ich auf jeden Fall beibehalten.
      Was ich auf keinen Fall möchte, ist, dass sich Eltern dadurch kritisiert oder angenörgelt fühlen. Letztendlich geht es darum, wie ich mit den einzelnen Situationen umgehe und ich Erlebnisse mit meinem Kind mit anderen Augen betrachten kann.

      Gerne können Sie die Aussagen für sich umformulieren, sodass es für Sie besser passt!
      Mögen Sie dazu einen Artikel verfassen, den ich gerne hier auf dem Blog veröffentliche? Das würde mich sehr freuen!

      Ich wünsche Ihnen bis zu unserem nächsten Kontakt eine gute Zeit, viele Grüße
      Anette K-K

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